MODE-EVENT: So ist die Berliner Fashion Week gestartet

© Getty Images/Gina Wetzler

Zum Auftakt gehörte der Laufsteg dem Nachwuchs: Der Österreicher Christoph Rumpf hat am Montagmittag die Fashion Week Berlin 2019 eröffnet. Der 25-jährige Student der Universität für angewandte Kunst in Wien hatte vor wenigen Wochen auf dem 34. International Festival of Fashion, Photography and Fashion Accessoires in Hyères den Grand Prix du Jury Première Vision gewonnen. Damit verbunden war eine Einladung zur Mercedes-Benz Fashion Week in der deutschen Hauptstadt. Im E-Werk an der Wilhelmstraße zeigte der Designer seine international inspirierten Entwürfe. Von indischen Stoffen über die Opulenz arabischer Monarchen bis zu spanischen Trachten des 17. Jahrhunderts. Rumpf legt Wert auf Nachhaltigkeit und verarbeitet hauptsächlich Stoffe und Materialien, die er auf Flohmärkten findet.

Fashion Week in Berlin 2019: Modeschauen von Labels wie Michael Michalsky, Marc Cain und Hugo

Das ehemalige Umspannwerk ist die offizielle Veranstaltungslocation der Fashion Week. Bis Mittwochabend präsentieren dort 15 weitere Designer ihre Kollektionen. Bis Freitagabend finden daneben in der ganzen Stadt Schauen von Labels wie Michael Michalsky, Marc Cain und Hugo statt. So zeigt Wolfgang Joop eine Kooperation mit van Laack im KaDeWe an der Tauentzienstraße, Marina Hoermanseder lädt ins SEZ an der Landsberger Allee und Marcel Ostertag ins Hotel „The Westin Grand“ an der Friedrichstraße.

Am Montagabend wollten im E-Werk auch Guido Maria Kretschmer und Kilian Kerner ihre Entwürfe zeigen. Kerner mit seinem Label KXXK unter dem Motto „Day Off & der erste Moment“. Der Wahlberliner erzählt mit seiner Kollektion die Geschichte eines freien Tages, an dem eine Begegnung zum ersten Moment einer großen Liebe wird. Kretschmer hat seine Kollektion unter das Motto „Rue du Coeur“ gestellt, eine Hommage an die elegante Reisegarderobe zu Zeiten des Orientexpress. Beide Designer sind seit Jahren bei der Berliner Modewoche vertreten und können verlässlich deutsche Prominenz in ihrer Front Row begrüßen. Auf den Gästelisten stehen in den kommenden Tagen aber auch internationale Gäste, etwa die britische Sängerin Rita Ora, das tschechische Model Karolína Kurková und Hollywood-Schauspielerin Anne Heche.

Prominenz in der ersten Reihe: Claudia Obert, Jenny Elvers, Tina Ruland and Ulrike Frank (v.l.) gehören am Montagabend zu den Gästen bei der Schau von Guido Maria Kretschmer im E-Werk.
Foto:  Matthias Nareyek / Getty Images for MBFW
„Vogue“-Party bildet den glamourösen Abschluss

Beinahe genau so wichtig wie die Schauen sind die Partys der Fashion Week. Kaum ein Designer kommt ohne ein After Show Event aus. So will Kretschmer am Montag noch im „nhow Hotel“ an der Stralauer Allee feiern, Kerner im „Roadrunner’s Paradise“ an der Saarbrücker Straße. Parallel dazu soll im „Father Graham“ an der Friedrichstraße die Bunte New Faces Night mit dem deutschen Film-, Designer- und Modelnachwuchs stattfinden. Den glamourösen Abschluss bildet am Freitagabend die Party von „Vogue“ in der ehemaligen Kirche St. Agnes von Galerist Johann König an der Alexandrinenstraße.

Die Fashion Week ist für Berlin aber auch ein Wirtschaftsfaktor. Zu den Schauen, Konferenzen und Messen werden laut Senatswirtschaftsverwaltung rund 70.000 Besucher erwartet. Mit über 2800 Modeunternehmen, mehr als 25.000 Beschäftigen und einem Umsatz von 5,5 Milliarden Euro ist Berlin einer der wichtigsten Standorte der deutschen Modeindustrie.

„Neben den beiden Leitmessen Panorama und Premium sind es vor allem die Konferenzformate FashionTec und Fashionsustain, die Berlin als zukunftsweisenden Modestandort auszeichnen. Die thematischen Schwerpunkte Technologie, Nachhaltigkeit und Innovation sind wichtige Treiber der Mode- und Textilindustrie, die für neue Prozesse und Produktionsabläufe stehen“, so Henrik Vagt, Geschäftsführer Wirtschaft und Politik der IHK Berlin.

Designerin fordert mehr Reparaturen von Kleidung

Dem Thema Nachhaltigkeit widmet sich die Messe Neonyt mit einer Konferenz. Im Kraftwerk an der Köpenicker Straße werden kleinere Labels kuratiert. „Ich glaube, wir werfen zu schnell weg“, kritisiert die österreichische Designerin Lena Hoschek ihre Branche. Früher sei Kleidung teurer, aber langlebiger gewesen. „Damals wurde auch viel mehr repariert und geflickt als heute. Das ist etwas, zu dem wir unbedingt zurückkehren müssen, um unsere Textilmüllberge in den Griff zu bekommen.“

Quelle: Berliner Morgen Post

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